testeinkauf-klDie Junge Volkspartei Baden wollte wissen, ob sich Badener Geschäfte und Lokale an das NÖ Jugendschutzgesetz halten und organisierte Testeinkäufe mit einer 15jährigen.

Vom Bodensee bis zum Neusiedlersee gibt es neun verschiedene Jugendschutzgesetze, die – geht es nach Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) – vereinheitlicht werden sollen. Zu unterschiedlich seien die Regelungen, man könne von Eltern und Jugendlichen nicht erwarten neun verschieden Gesetze zu kennen. Doch wie steht es um das derzeitige NÖ Jugendschutzgesetz? Wird es eingehalten, oder ist es zahnlos? Das wollte die Junge Volkspartei Baden rund um Obmann und Jugend-Gemeinderat Gottfried Forsthuber genau wissen und organisierte Testeinkäufe mit einer 15jährigen.

 

„Jeder von uns kenn die Geschichten von 11jährigen Kettenrauchern, wir wollten einfach der Sache auf den Grund gehen und prüfen ob sich Lokale, Supermärkte und Geschäfte an das derzeitige Jugendschutzgesetz halten.“, erklärt Forsthuber die Beweggründe.

 

Ausweiskontrolle „zu stressig“


Gesagt getan: Am Wochenende standen in Baden 4 Supermärkte, 3 Trafiken, 3 Lokale und ein Tankstellenshop auf dem Prüfstand. In den meisten Fällen kam Nina, die ihren 15. Geburtstag erst vor wenigen Tagen feierte, als „Lockvogel“ zum Einsatz. Das Ergebnis überraschte: Fast jeder Trafikant frage bei den JVP Testkäufen nach dem Alter. Nur ein einziges Mal wurden Zigaretten ohne nachzufragen verkauft.

 

Auch die Gastronomen nahmen es genau, nur ein jugendlicher Kellner ließ sich zu einem „weißen Spritzer“ für das Mädchen hinreißen. Ganz anders die Situation bei den Supermärkten: Nur ein einziges Mal (!) wurde nach dem Alter oder nach einem Ausweis gefragt. Zur Rede gestellt, meinte ein Angestellter: „Das ist zu stressig jeden Ausweis zu kontrollieren.“

 

Lokalbetreiber zur Rede stellen


Jugendgemeinderat Forsthuber kann sich darüber nur wundern: „Es ist erschreckend wie mache Lokale und Geschäfte den Jugendschutz ignorieren. Ich glaube es gibt gute Gründe warum man erst ab 16 rauchen und trinken darf.“

 

Forsthuber will jetzt mit den durgefallenen Supermärkten und Betrieben reden. „Ich wünsche mir sehr, dass die Betroffenen die mangelnden Kontrollen in den Griff bekommen. Wenn sie kein Interesse an einer guten Lösung haben, werde ich im Sinne der Kinder und Jugendlichen die Bezirkshauptmannschaft informieren.“

 

Infobox

Nach einer Jugendstudie aus 2009 trinken in NÖ rund 12 Prozent der 14- bis 15-jährigen fast täglich oder mehrmals pro Woche Alkohol. 36 Prozent treffen sich gelegentlich zum Trinken. Als Begründung werden „der besondere Kick“ und „die schlechten Kontrollen“ von den Jugendlichen angegeben.